Biografia

Bruno Gasser, * 20.5.1947 Winterthur, † 14.9.2010 Basel; 1964–67 Ausbildung zum Bühnenbildner; 1968–1970 Studium an der Malfachklasse der Schule für Gestaltung, Basel. Prägender Lehrer war Franz Fedier, der nicht nur das Handwerk, sondern auch Selbstmanagement vermittelte. Kunstgeschichtliche Studien an der Universität Basel unter anderem bei Gottfried Boehm. Seit 1968 Atelier in der Ateliergenossenschaft Kaserne in Basel. 1971 Stipendiat des Schweizer Instituts in Rom; der internationale und interdisziplinäre Austausch wirkt stimulierend: Riesige Bleistiftzeichnungen entstehen. Weitere Auslandaufenthalte aufgrund von Kunststipendien: 1971 an der Kunstakademie Düsseldorf, 1973 an der Cité Internationale des Arts in Paris, 1974 Designstudien an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, 1987 in Kairo. 1971, 1972 und 1973 Eidgenössisches Kunststipendium. 1980 Gründung eines eigenen Verlages. Gasser veröffentlicht Publikationen über befreundete Kunstschaffende und Künstlerbücher über die eigene Gedanken- und Ideenwelt; zudem realisiert er Filmdokumentationen über Samuel Buri, Christoph Gloor, Rolf Rappaz und Bernd Völkle. Engagement in der GSMBA als Mitglied des Zentralvorstandes und bei der Herausgabe und Gestaltung verschiedener Publikationen sowie der Zeitschrift Schweizer Kunst.

Noch während des Studiums stösst Bruno Gasser auf das Thema, das sein weiteres Werk bestimmen wird: Gras. Anhand dieses unprätentiösen Stückes Natur untersucht er die klassischen Fragen der Malerei: einerseits die Wirkung und Mischung von Farben, unter Einbezug der ganzen Palette; andererseits die Wirkung und Darstellung von Licht und Schatten, vor allem mit Bleistift und schwarzer Kreide (Gras, 1971; Ameland, 1974) – beides in Abstufungen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Der Blickpunkt liegt immer auf der Höhe des Grases, kein Horizont ist sichtbar, so dass man eher von Strukturstudien als von Landschaften sprechen kann. Sein Schaffen versteht Bruno Gasser als Denken in Farbe. Dabei geht er nicht konzeptuell vor, sondern tastet sich immer wieder von neuem an den Bildgedanken heran. Die Konzentration auf das Unauffällige, Nebensächliche, sich scheinbar wenig Verändernde erfordert genaues Hinsehen. Aufgrund der immer gleichen Thematik lassen sich die Resultate der Recherchen über Farbe und Wahrnehmung vergleichen. Um das Thema Gras kreisend, vertieft Gasser seine Forschungen im Wechsel von Techniken und Gattungen zuerst nur zweidimensional und seit den 1990er-Jahren auch unter Einbezug von Grossplastiken, die aus dünnem Stahl die Bewegung des Grases im Wind real nachvollziehen (Gras, 1999, Birsfelden, Kreisel Sternenfeld). Für die Erforschung der Bewegungsdynamik und der Farbaddition von Gräsern spielt auch die Verwirklichung eigener Filme eine wesentliche Rolle.

Im Schaffensprozess legt Gasser mehrere Linienschichten übereinander, bis ein komplexes Strukturengeflecht entsteht, in dem die ersten Striche nur noch zu erahnen sind. Jede Arbeit erhält so ihren eigenen Rhythmus. Auch wenn einige Bilder fotografisch wirken, insbesondere im Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe, ist Bruno Gasser doch kein Fotorealist. Seine Bilder entstehen aus der Geste und nicht nach einem konkreten Naturvorbild. Die Bewegung der malenden Hand und der Pinselduktus prägen die Textur der Gemäldeoberfläche. Insofern steht Gasser in der Tradition des Informel, seine Werke behalten jedoch immer die Referenz an den Gegenstand – wenn auch manchmal nur noch im Titel. In der beständigen künstlerischen Auseinandersetzung mit Gras entwickelt Gasser ein Werk unabhängig von Modeströmungen. Die Grasmalerei wird so zu seiner Handschrift.

Werke: Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kupferstichkabinett; Basel, Migrosbank Aeschenplatz, Gras, 1998, Wandbild; Basel, National Versicherung; Birsfelden, Kreisel Sternenfeld, Gras, 1999, Stahl; Lugano, Banca del Gottardo; Kunsthaus Zürich; Graphische Sammlung der ETH Zürich.

Eveline Suter, 2008

 

Link: 

https://www.brunogasser.ch/

https://www.google.com/search?q=gasser+bruno+k%C3%BCnstler&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwif9Z-7lbDiAhVHGpoKHR3fBs8Q_AUIDigB&biw=1330&bih=668

http://www.rappazmuseum.ch/BrunoGasser.html

https://www.youtube.com/watch?v=rmt7nkhQeFc

https://www.brunogasser.ch/bio/Biografie.htmlhttps://www.scheidegger-spiess.ch/index.php?lang=de&page=press&book=1070

 

 


Fotografie di GASSER Bruno

  • Art Gallery L'UOVO DI LUC
  • Art Gallery L'UOVO DI LUC

© 1999 - 2019 Art Gallery L'UOVO DI LUC | Spazio Arte Mappale 249 | Via Virano | 6814 Cadempino