Jo Niemeyer, * 1946 Alf an der Mosel, Deutschland. Er ist ein deutscher Grafiker, Designer, Maler und ein Vertreter der konkreten Kunst. Nach einer Ausbildung im grafischen Beruf studierte Jo Niemeyer visuelle Gestaltung und Architektur an der Hochschule für Kunst und Industrielles Design in Helsinki (heute ein Teil der Aalto-Universität). 1989 begann er mit der Konzeption des Land-Art-Projekts 20 Steps around the world, welches Mitte der 1990er Jahre in Lappland verwirklicht wurde. Seit 1970 hat er eigene Ateliers in Deutschland und Finnland. Neben seiner Arbeit als Maler und Gestalter widmet Jo Niemeyer sich vor allem der Forschung um die wissenschaftliche Betrachtungsweise des Goldenen Schnitts. In seinem künstlerischen Werk setzt Jo Niemeyer seit Anfang der 1970er Jahre die elementaren Gestaltungsgrundsätze der konkreten Kunst um. Niemeyers Arbeiten setzen sich konsequent aus Proportionen und Teilungen im Goldenen Schnitt zusammen. Im klassischen Tafelbild variiert Jo Niemeyer den Goldenen Schnitt als Flächenphänomen, verwendet das klassische Verhältnis zwischen zwei Größen aber auch für Kunstprojekte außerhalb der Malerei. Für die von Eugen Gomringer kuratierte Ausstellung konkrete kunst hat die Kunsthalle Villa Kobe für das Foyer eine Skulptur nach dem Entwurf von Niemeyer bauen lassen.
Zu Jo Niemeyers berühmtesten Werken gehört das Modulon, ein harmonisch, im goldenen Schnitt, aufgeteilter Spielwürfel. Eine andere bekannte Designarbeit ist die vielfach ausgezeichnete Tischlampe Tubo für die „Collection International“ der Schweizer Firma Belux.
Auch Jo Niemeyer darf in einer Zusammenstellung deutscher, konkreter Künstler nach dem Weltkrieg eigentlich nicht fehlen. Der kurz nach dem Krieg, 1946 geborene Künstler studiert in USA, Kanada und Finnland Kunst und Grafik und beginnt Anfang der siebziger Jahre als unabhängiger Künstler zu arbeiten. Dabei steht eine künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem ‚Golden Schnitt‘ immer wieder im Zentrum seiner Arbeit.
Goldener Schnitt? Zur Erinnerung: Den Goldenen Schnitt findet man, indem man eine Strecke in zwei Teile teilt. Der kleinere Teil muss sich zum größeren Teil so verhalten wie der größere Teil zur gesamten Länge der Strecke. Wenn man dieses Verhältnis ausrechnet, bekommt man eine irrationale Zahl. Eine irrationale Zahl ist eine Zahl, die nicht so genau definiert werden kann und die irrationale Zahl des Goldenen Schnitts ist ungefähr 1,6180339887.
Der Goldene Schnitt und die Fibonacci Spirale
Quelle und jeden Menge weitere Interessante Fakten unter: Goldener Schnitt
„Der Künstler Jo Niemeyer widmet sich in seinem Werk den Darstellungsmöglichkeiten des goldenen Schnitts. Dabei geht er sehr verspielt, aber auch mit einem untrüglichen Blick für gekonnte Kompositionen vor. Extreme Reduktionen der Gestaltungsmittel führten ihn im Laufe seines Schaffens zu einer wahren Meisterschaft in der geometrisch-konstruktiven Kunst. Bestehen seine Werke heute zum größten Teil aus Schwarz und Weiß und den Grundfarben Rot, Gelb und Blau sowie sehr wenigen reduzierten geometrischen Formen, so hat er in seinem Frühwerk noch mit üppigeren Mitteln experimentiert. Bei Betrachtung seines graphischen Schaffens, … kann man die Bildfindungsprozesse des Künstlers nachvollziehen. Niemeyer entwickelt sein Werk bis zum heutigen Tag stets weiter. Die Fähigkeit, das eigene Werk immer wieder zu hinterfragen und daraus konstruktive und auch humorvolle Schlüsse zu ziehen, macht ihn so sympathisch.“
Quelle: Pressemitteilung zur Ausstellung ‚ Jo Niemeyer im Arithmeum – das graphische Werk‘, im Arithmeum Bonn, unter: http://www.arithmeum.uni-bonn.de/ausstellungen/details/jo-niemeyer.html aufgerufen am 10.02.2018
Hier der Link zu der umfangreichen Webseite von Jo Niemeyer – leider nur in englischer Sprache bislang: Jo Niemeyer
Link:
https://www.partanen.de/jncom/jo_niemeyer/welcome.html
https://www.mathematikum.de/ausstellungen/bisherige-ausstellungen/moderne-math-kunst/jo-niemeyer